Wir sind mit einem Minibus zum Hafen gefahren, warten mit hunderten Menschen bis man aufs Schiff darf. Dann rauf aufs Schiff, uih war das groß, und 1. Klasse suchen, irgendwo auf Deck 6 oder 7. Wie es aussah waren wir die einzigen westlichen Touristen inmitten von 2000 oder noch mehr Indonesen auf diesem Schiff, was daher kommt dass ein Flug auch nicht teurer war als ein Schiffsticket. So eine Schiffsfahrt ist aber weitaus schöner, immer wieder sieht man in der Ferne die Küste von Sumatra, später dann vorbei an Singapur, durch den Riau-Archipel und es gibt es wunderschöne Sonnenuntergänge.
Irgendwann am zweiten Tag, irgendwo im Riau Archipel hat das Schiff geankert. Es kamen zwei kleinere Schiffe von denen insgesamt nochmal etwa 300-400 Menschen die auf unser ohnehin überladenes Schiff zugestiegen sind. Die Menschen haben selbst auf Matratzen auf den Niedergangstreppen geschlafen. Im Batam als wir am Hafen angelegt haben, haben wir das geschäftige Treiben von Leuten die vom Schiff runter, auf das Schiff rauf sind, die Ladung die gelöscht wurde, die Container die geladen wurden, mit Spannung beobachtet. Das Hafenleben ist interessant zu beobachten, wir waren live dabei und trotzdem vom Schiff herunter blos ein Zuschauer.
Auf einer so langen Fahrt kommt man natürlich öfters mit Indonesen ins Gespräch. Für mich ist es immer interessant und spannend mit Einheimischen über ihr Land, mein Land, lokake Politik, Weltpolitik oder andere Dinge zu sprechen. Es hilft ein Land besser zu verstehen wenn man Hintergründe, die Anschauungen der Bevölkerung kennt.
Wir hätten am 9. September kurz nach Mittag Jakarta erreichen sollen, seltsamerweise waren wir da noch außer Sichtweiter jeglicher Inseln. Gegen späten Nachmittag sind wir dann doch in Richtung der ersten kleine Inseln gekommen, aus Langeweile haben wir den Fernseher eingeschaltet. Auf der Suche nach irgendwas anderem als MTV Indonesia sind wir auf eine Nachrichtensendung gestoßen, aus der wir soviel verstehen konnten, dass es in Jakarta einen Bombenanschlag auf die Australische Botschaft gegebenen hat. Jetzt waren uns zwei Dinge klar, warum wir immer noch nicht am Ziel waren, und weiters dass wir so schnell und so weit wie nur möglich von Jakarta weg wollten. Erstmal die SMS beantworten und zurückrufen, dass mir nichts passiert ist. Irgendwann dann runter vom Schiff, und gleich eine Möglichkeit nach Yogyakarta zu kommen suchen.
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