Die Anreise war eine halbe Weltreise, recht langwierig aber nicht allzu unangenehm. Ich bin mit dem Flieger von Bali nach Bangkok, hab dort vier Stunden gewartet, inzwischen meine Gelüste nach Sushi gestillt und bin dann nach Chiang Mai geflogen wo ich spät abends angekommen bin und glücklicherweise schon ein Zimmer gebucht hatte für die ersten paar Nächte.
Schon der erste Eindruck der Stadt war gut, mein Zimmer war gleich am Nachtmarkt, den ich dann noch kurz besucht habe. Der Markt ist schön und nicht zu überlaufen, man hat also zumindest an den meisten Ständen etwas Ruhe um sich alles anzuschauen. Super ist auch die Bühne am Kalare Night Market, dort gibt es immer gratis Events und mit einem Musiker den ich dort gesehen hab hatte ich auch einigen Spaß. Nach seinem zweiten Auftritt den ich gesehen hab sind wir auf ein schnelles Bier, und die Tage danach war ich immer in der Guitarman Bar wo er jeden Tag spielt. Tum Rasta nennt man ihn und er ist ein total lustiger Kerl. An meinem letzten Abend musste Tum noch in einer anderen Bar spielen, dorthin hat er mich auf seinem Motorrad mitgenommen damit ich ihn nochmal spielen sehen kann.
Wenn wir beim Thema Guitarman sind ist noch anzumerken, dass man sich eine Pizza, die Nicky dort macht, nicht entgehen lassen soll weil.
Durch die Zeitverschiebung (Thailand ist eine Stunde früher als Bali) war ich am ersten Tag schon recht früh wach und bin dann einfach losspaziert und war schon um neun Uhr beim ersten Tempel. Das hab ich mir für die nächsten Tempel vorgemerkt nach Möglichkeit immer so früh dort zu sein, es sind da keine Leute da außer ab und zu ein Mönch und man kann in Ruhe alles anschauen.
Im Wat Puakhongsa hab ich mit einem Mönch gequatscht, der hat mir seine Lebensgeschichte erzählt aber leider in so schlechtem Englisch, dass ich nur wenig verstanden hab.
Tempel hab ich in der Stadt so viele gesehen, dass alle Aufzählen zu mühselig währe und auch nicht sinnvoll, weil sowieso keiner alle kennt.
Viel Zeit hab ich auch im Stadtpark mit Lesen verbracht, auch das ist angenehm. Erst am Markt was zu essen kaufen danach ein Buch zu Gemüte führen.
Im National Museum war ich auch, um ein etwas über die Geschichte des Nordens von Thailand zu erfahren, war ganz interessant, ich bin danach eine Stunde zu Fuss zurück gegangen.
Einen Muay Thai Boxkampf hab ich mir angeschaut. War ja mal interessant zu sehen aber das lustigste am Abend war trotzdem die Unterhaltung mit dem Dänen den ich dort getroffen hab. Der erste Kampf waren offenbar zwei Tuk-Tuk Fahrer, also absolut langweilig, die weiteren waren schon recht interessant, es sind einige K.O. gegangen. Der Lady Fight war spannender als der als Highlight angekündigte Kampf, der Engländer ist nach zwei Minuten K.O. gewesen weil der Thai einfach zu schnell war für ihn.
Nach ein paar Nächten bin ich ins Green Oasis Guesthouse umgezogen, einfach weils billiger war, das wird von einem ausgewanderten Deutschen betrieben, der noch dazu herrlich kocht, dort hab ich nach den Wochenlangen nur Reis, Nudeln und Gemüse endlich mal wieder richtiges Schwarzbrot und Salami gegessen. Das Essen am Heilig Abend war ein Heiliges Backfischfilet, das so lecker war, dass ich gleich zwei davon verdrückt hab.
Das einzig wirklich schlimme in der ganzen Stadt ist, dass ich eigentlich über Weihnachten weg bin um von dem Trubel nichts mitzukriegen, und dann sieht man dort fast mehr Christbäume und hört öfter "Jingle Bells" als in Salzburg.
Eine zweitägige Trekkingtour hab ich mitgemacht, außer mir waren noch vier Ungarn und vier Holländer dabei mit all denen ich richtig viel Spaß hatte. Wir waren bei drei Wasserfällen schwimmen, haben einige Stunden mit wandern durch den Dschungel verbracht, waren Elefantenreiten, Rafting (das war zwar keine gar zu wilde Angelegenheit aber lustig) und Bambusrafing. Letzteres war fast das beste, ich in meiner kindlichen Naivität hab natürlich meine Hose und T-Shirt anbehalten, beides war nach nichtmal einer Minute völlig nass, wir sind abwechselnd ins seichte Wasser gesprungen und haben die anderen angespritzt, dem Flosfahrer der anderen Hälfte der Gruppe den Stock weggenommen und selber weitergefahren, usw.
Übernachtet haben wir in einem Camp, alle in einer Hütte, es gab dort sogar eine Dusche die aber wegen der ganzen Wasserfallbäder die wir genommen hatten nicht unbedingt notwendig war. Abends sind wir am Lagerfeuer gesessen, Keni unser Führer hat mich dann zur Scorpionsjagt mitgenommen und nach zehn Minuten hat er schon einen gefunden, man muss nur wissen wo die sind dann kann man sie relativ einfach aus ihren Löchern ausgraben. Eine Mitternachtswanderung durch die Reisfelder haben wir auch unternommen, da es zwei Tage nach Vollmond war, war die Sicht perfekt und hat das ganze noch vereinfacht.
Die blauen Flecken waren noch ein paar Tage lästig, aber es war so ein Spaß bei der Tour, dass ich die in jedem Fall wieder machen würde.